POP
Die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie, kurz POP genannt, ist eine vom Bundesministerium für Gesundheit gesetzlich anerkannte psychotherapeutische Methode. Sie ist ein wissenschaftlich fundiertes Heilverfahren.
POP ist ein Therapieverfahren, welches sich von der Psychoanalyse herleitet. Sie baut auf derselben Theorie, nämlich auf der psychoanalytischen Theorie der unbewussten Motivation, der psychischen Struktur und der Psychodynamik auf. POP stellt eine Anwendungsform der psychoanalytischen Methode dar. Der psychoanalytische Wissenskanon in Form von psychoanalytischer Persönlichkeits-, Krankheits- und Behandlungstheorie bildet den theoretischen und konzeptuellen Rahmen von POP.
Mit einer psychoanalytisch orientierter Psychotherapie kann eine große Zahl von Patienten und Patientinnen mit den unterschiedlichsten Problemlagen behandelt werden.
Meine Arbeit basiert auf einem gemeinsamen Verstehens- und Erlebensprozess, in dem der persönliche Kontakt im Rahmen eines therapeutischen Arbeitsbündnis, also einer hilfreichen Beziehung stattfindet.
Der Erfolg psychoanalytisch begründeter Psychotherapie beruht darauf, dass Therapeut und Patient zusammen einen interaktionellen Raum öffnen, in welchem in einem intensiven Prozess unbewusste Konflikte und Beziehungsstrukturen verstanden und verarbeitet werden können und so neues Erleben möglich wird.
Psychische Erkrankungen
Angststörung
Depression
Beziehungsprobleme
Trauer und Verlust
Häufige gestellte Fragen
Eine Sitzung dauert 45 Minuten und kann je nach Indikationsstellung 2x wöchentlich stattfinden.
Hier finden Sie nähere Infos zu den Zuschüssen:
https://www.psychotherapie.at/patientinnen/ueber-psychotherapie/kosten-einer-psychotherapie
Da eine psychotherapeutische Behandlung ein individueller Prozess ist, kann ich Ihnen das so pauschal nicht beantworten. Die insgesamte Behandlungsdauer hängt von der jeweiligen Indikationsstellung und Ihren Anliegen ab.
Selbstverständlich unterliege ich einer strengen Verschwiegenheitspflicht, die eine Voraussetzung für ein offenes Gespräch ist.
Die strenge Verschwiegenheitspflicht ist für den psychotherapeutischen Prozess eine äußerst wichtige Angelegenheit. Alles was im Rahmen der Therapie besprochen wird, bleibt in diesem geschützten Rahmen.
Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten sowie ihre Hilfspersonen sind gemäß
§ 15 Psychotherapiegesetz, BGBl. Nr. 361/1990, zur Verschwiegenheit über alle ihnen in
Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse
verpflichtet.
Am besten melden Sie sich persönlich bei mir um einen Termin für das Erstgespräch zu vereinbaren oder Ihre Fragen zu beantworten.
Eine Sitzung kostet 100€
Die Kosten für eine Psychotherapie können unter gewissen Umständen steuerlich absetzbar sein! Dabei können diese Kosten unter die Kategorie „außergewöhnliche Belastung“ fallen und somit im Rahmen der ArbeitnehmerInnen-Veranlagung oder Einkommenssteuererklärung steuermindernd angeführt werden.
Dabei gilt, je höher die außergewöhnlichen Belastungen im Verhältnis zum Einkommen innerhalb eines Kalenderjahres sind, desto höher ist die steuerliche Absetzbarkeit vorhanden.
Alle weiteren Details klären Sie am besten mit einer Steuerberatung ab! Ebenso können Sie weitere Infos von der Arbeiterkammer oder der BMF Websites unter diesen Link bekommen.
Bei folgenden Problemen kann es sinnvoll sein eine Psychotherapie aufzusuchen:
- Ängste, die Ihre Lebensqualität einschränken Ihnen anbieten kann.
- Belastende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen wie z. B. immer wiederkehrende Gedanken, der Drang, sich immer wieder zu waschen oder zuzusperren usw.
- Depressionen, Antriebslosigkeit
- Starke Nervosität, Hyperaktivität
- Süchte wie z. B. Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten, Essen, Spielen, Drogen usw.
- Psychosomatische Erkrankungen, also Krankheiten, die mit ungelösten und belastenden psychischen Problemen zusammenhängen. Das können z. B. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen, Migräne, Magersucht, Fettsucht, Ess- und Brechsucht, Asthma bronchiale, Bluthochdruck und Allergien sein.
- Funktionelle Störungen, das sind häufig wiederkehrende körperliche Beschwerden, die keine organische Ursache haben, wie z. B. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, sexuelle Probleme, Atemnot, Herzbeschwerden und Verspannungen. Ebenso können diese Symptome auch durch eine körperliche Erkrankung hervorgerufen werden. Dabei ist es wichtig mögliche körperliche Ursachen abklären zu lassen.
- Belastende Lebenssituationen und Lebenskrisen wie z. B. bei schweren oder chronischen Erkrankungen, bei einer Behinderung, beim Verlust von Partnern, Kindern oder Eltern oder auch beim Verlust des Arbeitsplatzes.
- Probleme und Krisen in der Partnerschaft und in der Familie wie z. B. sexuelle Probleme, nicht mehr miteinander reden können, Trennung und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.
Wenn einer der folgenden Sätze für Sie zutrifft, ist es sinnvoll, eine Psychotherapie aufzusuchen.
- Es plagen mich oft Gedanken, über die ich mit niemandem zu sprechen wage (Scham- und Schuldgefühle, Hassgefühle, Unzulänglichkeitsgefühle, das Gefühl, verfolgt oder fremdbestimmt zu werden, …).
- Seit längerer Zeit halte ich mich nur noch mit Aufputsch-, Beruhigungs-, oder Schlafmitteln (Psychopharmaka) aufrecht.
- Ohne ersichtlichen Grund bekomme ich rasendes Herzklopfen und Angst, dass ich sterben muss.
- Ich habe Ängste, die mich belasten oder einschränken: z. B. vor dem Kontakt mit meinen Mitmenschen, vor Autoritäten, vor großen Plätzen, vor engen Räumen, vor Prüfungen.
- … fühle mich krank oder habe Schmerzen, obwohl mich der Arzt für organisch gesund erklärt hat oder medizinische Befunde keine ausreichende Erklärung dafür bieten.
- … fühle mich antriebs- und lustlos, erschöpft oder ständig überfordert.
- … bin oft niedergeschlagen und habe keine Freude am Leben.
- … bin traurig und vereinsamt.
- … befinde mich in einer belastenden Umbruchsituation (z. B. schwere Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfälle, …), die schwer zu bewältigen ist.
- … denke manchmal an Selbstmord.
- … lebe in einer Beziehung, die mich sehr belastet.
- … fühle mich durch meine Kinder dauerhaft überfordert.
- … habe wiederkehrend große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen (z. B. am Arbeitsplatz).
- .. bin süchtig – nach Alkohol, Drogen, Essen, Hunger, Liebe, Spielen.
- … fühle mich innerlich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z. B. zwanghaftes Waschen, Zusperren, Grübeln, …), obwohl dies mein Leben sehr einengt.
- … sollte meine Fähigkeiten besser ausschöpfen und weiß nicht wie.
- … komme mit meiner Sexualität nicht zurecht.
- … habe Angst vor Entscheidungen, und das quält mich.
Was die Forschung zur Wirksamkeit zeigt
Die psychoanalytisch orientierte Psychotherapie gehört zu den psychodynamischen Verfahren. Deren Wirksamkeit ist inzwischen gut untersucht.
Die derzeit umfassendste Auswertung ist eine Umbrella-Review in World Psychiatry (Leichsenring et al., 2023). Sie bewertet die vorliegenden Metaanalysen randomisiert-kontrollierter Studien nach dem GRADE-System und kommt zu einer hohen Evidenzqualität bei depressiven Störungen und somatischen Belastungsstörungen sowie zu einer moderaten bei Angst- und Persönlichkeitsstörungen. Gegenüber Kontrollbedingungen zeigen sich klinisch bedeutsame Effektstärken, gegenüber anderen aktiven Therapieverfahren keine bedeutsamen Unterschiede.
Diesen Vergleich hat eine Metaanalyse im American Journal of Psychiatry eigens geprüft (Steinert et al., 2017): 23 randomisiert-kontrollierte Studien mit 2.751 Patientinnen und Patienten, formale Äquivalenzprüfung mit vorab definierter Marge – und, methodisch bemerkenswert, als adversarial collaboration von Vertreterinnen und Vertretern der psychodynamischen Therapie und der kognitiven Verhaltenstherapie gemeinsam durchgeführt, um Allegiance-Effekte zu kontrollieren. Ergebnis: Äquivalenz sowohl zum Therapieende (g = –0,153) als auch in der Katamnese (g = –0,049).
Für psychodynamische Kurzzeittherapien liegt zudem ein Cochrane-Review vor (Abbass et al., 2014; 33 Studien, 2.173 Teilnehmende). Die Effekte fallen moderat bis groß aus und nehmen in der Langzeitkatamnese eher zu – allerdings erreichen nicht alle dieser Werte statistische Signifikanz, und die Autorinnen und Autoren verweisen ausdrücklich auf die Heterogenität zwischen den Studien.
Die Einschränkungen sind damit benannt: Verzerrungsrisiko und Ungenauigkeit bestehen auch hier – nach Einschätzung der Umbrella-Review allerdings in einem Ausmaß, das dem anderer evidenzbasierter Psychotherapieverfahren entspricht.
Quellen
- Leichsenring F, Abbass A, Heim N, Keefe JR, Kisely S, Luyten P, Rabung S, Steinert C. The status of psychodynamic psychotherapy as an empirically supported treatment for common mental disorders – an umbrella review based on updated criteria. World Psychiatry. 2023;22(2):286–304. doi:10.1002/wps.21104
- Steinert C, Munder T, Rabung S, Hoyer J, Leichsenring F. Psychodynamic Therapy: As Efficacious as Other Empirically Supported Treatments? A Meta-Analysis Testing Equivalence of Outcomes. American Journal of Psychiatry. 2017;174(10):943–953. doi:10.1176/appi.ajp.2017.17010057 — dazu die Kritik von Cristea IA, Cuijpers P, Naudet F (ebd. 2017;174(11):1122–1123) und die Erwiderung der Autorinnen und Autoren (ebd., 1123–1124).
- Abbass AA, Kisely SR, Town JM, Leichsenring F, Driessen E, De Maat S, Gerber A, Dekker J, Rabung S, Rusalovska S, Crowe E. Short-term psychodynamic psychotherapies for common mental disorders. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2014, Issue 7. Art. No.: CD004687. doi:10.1002/14651858.CD004687.pub4